Die Suche nach dem Naumburger Meister.
   Er ist eines der größten Rätsel der Kunstgeschichte. Der Steinmetz, der vor 800 Jahren durch Europa tourte und Skulpturen, wie sie lebendiger und anmutiger kein zweiter schuf, an den großen gotischen Kathedralen hinterließ. Beschäftigt man sich mit dem Stil des Naumburger Meisters, der nur unter diesem Notnamen bekannt ist, entdeckt man in Frankreich in Reims, Cousy, Amiens und Noyon verblüffende Ähnlichkeiten mit den Stifterfiguren und dem Lettnerzyklus im Naumburger Dom. Sie sind berühmt für ihre Lebendigkeit. Ihre Gesichter drücken Gemütsregungen aus. Traurigkeit, Zorn, seliges gottvertrautes Lächeln. Die Körper sind so geformt, als hätte man sie in ihrer Bewegung gestoppt und augenblicklich abgebildet. Ihre Hände greifen in die Gewänder und raffen den Stoff auf - in Stein gehauenes Leben. Uta, Syzzo, Reglyndis - die Stifterfiguren und der Westchor von Naumburg gelten als sein Hauptwerk. Eine Steinmetzkunst sondergleichen, die es nur einige Jahrzehnte lang gab. Als der Naumburger Meister lebte, gab es noch keine Arbeitsaufzeichnungen oder Registrierlisten. So ist die Frage berechtigt: Gab es dieses Genie nun oder nicht? Die Forscher haben alles, was den Krieg überstanden hat, analysiert. Und fest steht: Diese Mittelalterskulpturen haben die gleiche Handschrift und sie sind Kulturerbe. Naumburg geht nun in die Offensive und präsentiert im Dom eine Landesausstellung, die einer Beweisführung gleicht.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der so genannte Naumburger Meister, der Baumeister des Westchors und Westlettners und der Schöpfer der berümten Naumburger Stifterfiguren, unter anderem der Uta.Hochkarätige Kunstwerke - Skulpturen sowie Glas- und Buchmalerei - aus Frankreich, Deutschland, Polen, Großbritanien, Österreich sowie den USA erzählen von der Zeit des Naumburger Meisters, seinem Schaffen und Wirken innerhalb Europas im 13. Jahrhundert.

Wie ein Mosaik führt die Landesausstellung  das Lebenswerk des Naumburger Meisters zusammen.