Info zu Naumburg

Eine reiche Stadt war sie einst. Und die Residenz von Bischöfen: „Nuwenburg“- Naumburg. Weltberühmt wurde sie erst später – nicht durch große geschichtliche Ereignisse, die gingen eher an ihr vorbei. Sieht man einmal von einem einjährigen Gastspiel als Mitglied der Hanse 1432 bis 1433 und der Einquartierung der Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolf 1632 ab.

Berühmt aber wurde die Stadt am Zusammenfluss von Saale und Unstrut durch ein Gebäude: den Dom. Naumburg – das bedeutet heute für alle Kunstkenner >>nur<< das imposante Gotteshaus.

Am Anfang der Naumburger Geschichte stehen die Sachsen. Und ein Umzug: Um das Jahr 1000 errichteten die Markgrafen von Meißen an der Stelle des heutigen Oberlandesgerichtes eine neue Burg – die : „Nuwenburg“. 1028 schenkten sie die Burg dem Bischof Hildeward von Zeitz – und der verlegte seinen Sitz prompt an die Saale.

Der ungewöhnliche Umzug eines ganzen Bistums wurde sogar von Papst Johannes XIX. genehmigt. Die ersten Handwerker und Kaufleute siedelten sich im Schutz der bischöflichen Burg an, und 1033 verlieh Kaiser Konrad II. Naumburg das Marktrecht.

Die Siedlung wuchs schnell, und 1210 wurde mit dem Bau jenes Doms begonnen, der die Stadt weltberühmt machen sollte. In fast jedem Kreuzworträtsel findet sich der Name einer der Domstifterinnen: Uta von Ballenstedt. Im 13. Jahrhundert entstand dann auch jenseits von Dom und Bischofssitz eine – wenn man so will – zweite Stadt. Die „Ratsstadt“ der Bürger und Kaufleute. Und noch weit in das 19. Jahrhundert hinein waren Bürger und Domherren durch Mauern und Gräben voneinander getrennt. Dieser historische Stadtkern prägt noch immer das Bild Naumburgs.

Stolze Bürgerhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert mit ihren hohen Giebeln und die spätgotische Stadtkirche St. Wenzel (1426) säumen den Marktplatz. Kleine Handwerkerhäuser drängen sich in den engen Gassen bis zur imposanten Kirche. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts war Naumburg Messestadt – dann wurde es von Leipzig verdrängt. In den Wirren des 30-jährigen Krieges wechselt die Stadt mehrmals den Herren – und damit begann auch der wirtschaftliche Niedergang. Erst der Wein um die Region Freyburg brachte neuen Aufschwung. Und der Dom St. Peter und Paul. Denn ab dem 19. Jahrhundert machten es die Touristen (damals noch Sommerfrischler) zum beliebten Pilgerziel. Und so ist der Ausspruch der Naumburger verständlich: (während andere Regionen über mangelnde Touristenzahlen klagen) “Gott sei Dank haben wir ja unseren Dom“.  Er bewirkt, dass jedes Jahr 160000 Menschen die Stadt besuchen.

 Naumburgs göttliche Star ist nicht zu übersehen - St. Peter und Paul überragt alles. Der Dom prägt das Stadtbild mehr als die Domherren seine Geschichte. In spätromanischem Stil begonnen ist er ein Denkmal vieler Epochen. Seinen Ruhm begründet haben jedoch die zwölf Stifterfiguren im Chor. Es sind einzigartige Studien von der Hand eines unbekannten Meisters aus dem 13. Jahrhundert. Niemand kennt seinen Namen. Dabei hat er zum ersten mal in der Geschichte Menschen porträtiert mit Schwächen, Tugenden, Fehlern und Leidenschaften und somit eine neue Kunst-Epoche eingeleitet.                                                                                                                                               Erika Hofmann 

 

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